R. Kelly muss für 30 Jahre ins Gefängnis – eine Übersicht in 4 Punkten (2024)

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Ein Fan von R. Kelly vor dem Gerichtsgebäude.Bild: keystone

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Ralph Steiner

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Das Urteil

Am späten Mittwochabend Schweizer Zeit fiel das Urteil: Robert Sylvester Kelly, besser bekannt als R. Kelly, einst gefeierter Popstar der 1990er und 2000er, muss für 30 Jahre ins Gefängnis. Wegen diverser Vergehen, darunter sexuelle Ausbeutung Minderjähriger, Kidnapping und Bestechung, wandert der 55-jährige Kelly hinter Gitter. Ausserdem muss R. Kelly eine Geldstrafe bezahlen, in der Höhe von 100'000 Dollar.

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Richterin Ann Donnelly stützt die Forderungen der Staatsanwaltschaft.Bild: keystone

«Die Verbrechen waren kalkuliert, sorgfältig geplant und wurden fast 25 Jahre lang regelmässig ausgeführt», sagte Richterin Ann Donnelly. Es gebe «nur wenig schwerere Verbrechen» als diejenigen von R. Kelly. Der Musiker haben Mädchen und Frauen «beigebracht, dass Liebe Versklavung und Gewalt ist».

Die «New York Times» zitiert diverse weitere Aussagen, die Richterin Donnelly getätigt hat und die das Ausmass von R. Kellys Taten zeigen: «In diesem Falle geht es nicht um Sex. Es geht um Gewalt, Grausamkeit und Kontrolle.» R. Kelly hätte ein System gehabt, das junge Menschen in «seine Umlaufbahn lockte – und dann übernahmen Sie ihr Leben».

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Die Reaktionen der Anwälte

Kelly sei das «Produkt seiner Kindheit» – einer extrem schwierigen Kindheit, geprägt von sexuellem Missbrauch, Armut und Gewalt, sagte seine Verteidigerin Jennifer Bonjean ausserhalb des Gerichtsgebäudes. Sie werde gegen das Urteil Berufung einlegen. Bonjean hatte 10 Jahre Gefängnis gefordert, darauf sei R. Kelly vorbereitet gewesen. Aber: «Er bereut es und ist traurig.»

'30 years in prison is like a life sentence for him' — R. Kelly’s lawyer Jennifer Bonjean shared how the singer was feeling following his sentencing on Wednesday. Bonjean added they are planning to appeal the judge’s decision. pic.twitter.com/8xJQep3i05

— NowThis (@nowthisnews) June 29, 2022

R. Kellys Anwältin Jennifer Bonjean äussert sich gegenüber den Medien.

Die Darstellung des Gerichts – R. Kelly sei ein «eindimensionales Raubtier und böses Monster» – sei unzutreffend. Ab dem Alter von 6 Jahren sei Kelly belästigt worden, manchmal jede Woche. Dies sei aber keine Ausrede. Des Weiteren sagte Bonjean, die anklagenden Frauen seien «Groupies», die einen verschwenderischen Lebensstil führten.

Die «Washington Post» zitiert in einem Bericht ausserdem Breon Peace, US-Staatsanwalt für den östlichen Bezirk von New York:

«Ich hoffe, dass diese Verurteilung als Zeugnis dafür dient, dass es keine Rolle spielt, wie mächtig, reich oder berühmt der Täter ist oder wie klein man sich fühlt, wenn er einen missbraucht. Die Justiz hört nur auf die Wahrheit.»

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Breon Peace spricht zu den Medien.Bild: keystone

Das sagen die Opfer

Die «New York Times» berichtet von einer Frau, die nur unter einem Pseudonym bekannt ist. Sie hätte 1999 als 17-Jährige Sex mit R. Kelly gehabt.

«Ich war ein Teenager. Und du warst ein Pädophiler, bereit, das Leben einer anderen jungen Frau zu ruinieren. Du hast mich dazu gebracht, Dinge zu tun, die mich gebrochen haben. Ich habe mir buchstäblich den Tod gewünscht, weil ich mich wegen dir so gefühlt habe. Was du getan hast, hat einen bleibenden Fleck in meinem Leben hinterlassen, den ich nie wieder wegwaschen kann. Ich bin sicher, du denkst nie darüber nach.»

In der «Washington Post» wird Lizzette Martinez zitiert, eine Frau, die angibt, als Minderjährige von R. Kelly missbraucht worden zu sein. Sie sagte, die 30-jährige Gefängnisstrafe sei nicht genug, «aber ich bin zufrieden damit. Es ist in Ordnung».

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Jovante Cunningham (oranges Kleid) ist eine der Zeuginnen, die den sexuellen Missbrauch von R. Kelly bestätigen.Bild: keystone

Vor Gericht hat sich gemäss Medienberichten ein Opfer direkt an R. Kelly gewandt: «Du hast deinen Ruhm und deine Macht benutzt, um minderjährige Jungen und Mädchen zu deiner eigenen sexuellen Befriedigung zu pflegen und zu trainieren.»

Auch weitere Opfer erzählten, dass Kelly und sein Team seine Berühmtheit nutzten, um seine Opfer zu ködern. Viele davon seien minderjährig gewesen und hätten auf den grossen Durchbruch im Musikgeschäft gehofft, nur um dann von R. Kelly sexuell missbraucht zu werden.

So geht es für R. Kelly weiter

Geäussert hat sich R. Kelly gestern vor Gericht nicht. Dies hänge damit zusammen, dass am 15. August in Chicago eine weitere Verhandlung ansteht, wie die «New York Times» schreibt. Kelly muss sich in Chicago wegen der Herstellung von Kinderp*rnografie und der Verführung von Minderjährigen zu sexuellen Handlungen verantworten. Auch im US-Bundesstaat Minnesota liegen Anklagen gegen den 55-Jährigen vor.

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quelle: ap/ap / damian dovarganes

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Wegen einer Bombendrohung ist der Flughafen im dänischen Billund geräumt worden. Das Terminal wurde nach Angaben des Airports am Samstag vorübergehend geschlossen. «Wenn Sie sich in der Gegend befinden, folgen Sie bitte den Anweisungen der Polizei», teilte die Polizei auf der Plattform X (früher Twitter) unter anderem auf Deutsch mit. Es gebe vorübergehend keinen Flugbetrieb. Ein Mann sei festgenommen worden, teilten die Ermittler mit. Bisher gebe es keine Hinweise, dass weitere Menschen involviert seien. Es sollte geprüft werden, ob es wirklich eine Bedrohungslage gab.

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